1. Förderrunde

Geförderte Projekte in der 1. Förderrunde

Die Von Behring-Röntgen-Stiftung hat in ihrer ersten Förderrunde zehn umfangreiche Forschungsprojekte mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren, ein Von Behring-Röntgen-Fellowship, zwei Symposien und drei Reisebeihilfen bewilligt. Ingesamt werden rund 2,6 Millionen Euro in dieser Förderrunde zur Verfügung gestellt.

Die Projekte in der Übersicht:

Das Projekt "Untersuchungen des mitotischen Spindelcheckpoints als Zielstruktur für die Tumortherapie" hat zum Ziel neuartige Substanzen zu entwickeln, die den Zellteilungsapparat blockieren und somit für die chemotherapeutische Behandlung von Tumoren eingesetzt werden können. Das von Dr. Holger Bastians beantragte Projekt wird mit 148.000 Euro gefördert.

Das von Prof. Dr. Wolfram H. Gerlich beantragte Vorhaben "Influenzaforschung" befasst sich mit der Aufklärung des Wechselspiels zwischen Erreger und Wirtszelle bei der Influenzavirusinfektion. Im Vordergrund des mit einer Gesamtsumme von 327.000 Euro geförderten Projekts steht die Absicht, die Pathogenese der Influenza besser zu verstehen und neue Behandlungsansätze zu entwickeln.

Ziel des Projekts "Chronic and acute effects of transforming growth factor-ß on alveolar ion transport: a role in acute lung injury" von Dr. Rory Morty und Prof. Dr. Siegfried Waldegger ist es, die Ursachen für Flüssigkeitsansammlungen im Lungengewebe aufzuklären, zu denen es beim akutem Lungenversagen kommt. Zudem sollen Methoden zur Verbesserung des Abflusses entwickelt werden. Das Projekt wird mit insgesamt 144.000 Euro über zwei Jahre gefördert.

Die Sauerstoffunterversorgung der Lunge ist die Ursache verschiedener lebensbedrohlicher Krankheitsprozesse. "Vaskuläre und vaskulär-endotheliale Funktionen von TRPC-Kationenkanälen in der pulmonalen Strombahn - Neue Ansätze zur Behandlung von Gasaustauschstörungen, pulmonaler Hypertonie und dem Ischämie-Reperfusionssyndrom" soll die Pathomechanismen der Krankheiten aufklären und neue Strategien zur ihrer Behandlung entwickeln. Das Kooperationsprojekt von Prof. Dr. Norbert Weißmann, Prof. Dr. Hossein A. Ghofrani sowie Prof. Dr. Alexander Dietrich wird mit 180.000 Euro gefördert.

Tumoren, die im fortgeschrittenen Stadium festgestellt werden, können nur selten medikamentös behandelt werden, da sie resistent gegen die eingesetzten Chemotherapeutika sind. Ziel des Vorhabens "Genetik der Resistenz in Tumorzellen" ist die Identifizierung der für die Resistenz verantwortlichen Gene, um damit ein tieferes molekulares Verständnis der Resistenzvorgänge in Tumorzellen und Entwicklungsmöglichkeiten für neue Therapien zu gewinnen. Die drei Teilprojekte von Dr. Andreas Burchert, Dr. Patrick Michel und Prof. Dr. Andreas Neubauer werden mit rund 400.000 Euro gefördert.

Das Gemeinschaftsprojekt von Dr. Nadia Al-Fakhri, Dr. Michael Schoppet und ihrem Dresdener Kooperationspartner Prof. Dr. Lorenz Hofbauer zum Thema "Bedeutung des Osteoklasten-assoziierten Rezeptors OSCAR für Erkrankungen des Gefäßsystems" wird von der Von Behring-Röntgen-Stiftung mit 200.000 Euro unterstützt. Es befasst sich mit Wechselwirkungen zwischen der Wand von Blutgefäßen und Immunzellen, die bei der Entstehung von Kalkablagerungen in der Gefäßwand und von Arteriosklerose bedeutsam zu sein scheinen. Das Universitätsklinikum der Technischen Universität Dresden beteiligt sich an dem Projekt mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von insgesamt 71.000 Euro.

Mit der "Anlayse des DeltaNp73-Onkogens im transgenen Mausmodell" will Antragsteller Prof. Dr. Torsten Stiewe die Wirkungsmechanismen von Proteinen aufklären, die das Tumorwachstum unterbinden. Das Vorhaben wird mit 115.000 Euro unterstützt.

Das Projekt "Molekulare Pathologie von Missenese-Mutationen im PORCN-Gen bei der Fokalen Dermalen Hypoplasie" befasst sich mit einer Erkrankung der Haut, die auf einem von den Antragstellern kürzlich entdeckten Gendefekt beruht. Zum einen sollen diagnostische Verfahren zum Einsatz in der humangenetischen Praxis entwickelt werden, zum anderen soll geklärt werden, ob der Gendefekt Bedeutung für die Entstehung von Tumoren hat. Mit 40.000 Euro wird das Vorhaben der Professoren Dr. Karl-Heinz Grzeschik und Dr. Frank Oeffner gefördert.

Für die Erforschung einer Störung der Spermienbildung wird die von Prof. Dr. Klaus Steger koordinierte Klinische Forschergruppe "Male factor infertility due tuo imapaired spermatogenesis" mit der Kostenübernahme für ein Laser-Mikrodissektionsgerät im Wert von 196.000 Euro unterstützt. Zusätzlich werden Mittel für eine Servicekraft für drei Jahre in Höhe von 120.000 Euro bereitgestellt.

Bei dem mit 59.000 Euro geförderten Projekt von Boris R. Keil mit dem Titel "Entwicklung von beschleunigten Magnetresonanzbildgebungstechniken im Kleintiermodell" sollen neue Bildgebungsverfahren entwickelt werden, die bei Forschungsprojekten in Kleintiermodellen eingesetzt werden können.

Durch die Reisebeihilfen der Von Behring-Röntgen-Stiftung erhielten drei Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, an der Internationalen Jahrestagung der "Population Association of America" in New Orleans teilzunehmen. Die jährlichen Treffen dienen der Stimulation der Forschung, der Förderung hoher professioneller Standards und der Unterstützung demographischer Publikationen.

Ebenfalls durch die Von Behring-Röntgen-Stiftung unterstützt wurden zwei Symposien der Marburger Dermatologie. Anlässlich der 100-jährigen Tradition der Behandlung von Hautkrankheiten in Marburg fand am 7. Juni 2008 das Symposium "100 Jahre Dermatologie in Marburg" statt. Die Tagung "Mikroskopische und ultrastrukturelle Untersuchungen der Haut", die sich mit der Licht- und Elektronenmikroskopie in der Dermatologie befasst, veranstaltete die Dermatologie am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg am 18. Oktober 2008.

Mit einem mit 600.000 Euro dotierten Von Behring-Röntgen-Fellowship wurde Prof. Dr. Roland Lill, Direktor des Instituts für Zytobiologie und Zytopathologie des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität Marburg, gefördert. Durch die Vergabe projektunabhängiger Mittel hat die Von Behring-Röntgen-Stiftung einen wesentlichen Beitrag geleistet, den renommierten Zellbiologen, der einen Ruf nach Heidelberg hatte, in seiner Entscheidung, in Marburg zu bleiben zu stärken.

Nähere Auskünfte zu den Projekten erhalten Sie direkt bei den oben genannten Ansprechpartnern oder bei den Fachbereichen Medizin der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen.

 

 

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