2. Förderrunde

Geförderte Projekte in der 2. Förderrunde

Mit rund 1 Million Euro werden acht medizinische Forschungsvorhaben der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren in der zweiten Förderrunde der Von Behring-Röntgen-Stiftung unterstützt. Von Allergieprävention im Kindesalter bis zur Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren zur Erkennung der Alzheimererkrankung reichen die Themen der Projekte, die bei der zweiten Förderrunde erfolgreich waren. Zusätzlich vergibt die Stiftung ein Von Behring-Röntgen-Fellowhip in Höhe von 600.000 Euro und beteiligt sich mit jeweils bis zu 50.000 Euro an zwei Von Behring-Röntgen-Symposien. 

Die Projekte in der Übersicht:

In den klinischen Neurowissenschaften sind Projekte mit Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) nicht mehr weg zu denken. Die Lokalisation von neuralen Strukturen und Funktionen kann am besten mit der Magnet-Resonanz-Tomografie in-vivo durchgeführt werden. Prof. Dr. Jürgen-Christian Krieg, seine Marburger Kollegen Prof. Dr. Wolfgang Oertel und Prof. Dr. Johannes Heverhagen sowie Prof. Dr. Tilo Kircher aus Aachen wollen eine Core facility für Magnet-Resonanz-Tomographie in den Neurowissenschaften aufbauen, die die exzellente Nutzung des MRT ermöglicht, das dem Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg ab 2009 zur Verfügung steht. Der Aufbau der Core facility wird mit rund 174.000 Euro unterstützt.

Lebensmittelinfektionen, die durch das Bakterium Listeria moncytogenes ausgelöst werden, beruhen vorrangig auf der Eigenschaft des Keimes sich auch bei niedrigen Temperaturen vermehren zu können. Die beiden Gießener Wissenschaftler Dr. Ulrike Technow und Prof. Dr. Trinad Chakraborty wollen in ihrem Forschungsvorhaben den makromolekularen Komplex, der an der Temperaturregulation beteiligt ist, näher analysieren, um die Mechanismen der Kälteanpassung des Bakteriums zu verstehen und neue Behandlungsmöglichkeiten entwickeln zu können. Das Projekt wird mit rund 154.000 Euro unterstützt.

Das von Prof. Dr. Stefan Bauer aus Marburg beantragte Projekt "Untersuchung der immunologischen Funktion von bakterieller transfer RNA (tRNA) und der RNA Modifikationen Queuosin und 8-Oxoguanosin" wird mit rund 145.000 Euro gefördert. Die Aufklärung der Bedeutung von RNA-Modifikationen für die Immunerkennung von RNA soll das immunologische Verständnis in Bezug auf Pathogen-, Tumorerkennung und Autoimmunität fördern und zu neuen Therapieansätzen führen.

Das Forschungsvorhaben von Dr. Petra Ina Pfefferle und Dr. Gabriele Köllisch "Fettsäuren aus Kuhmilch zur Allergieprävention im frühen Kindesalter" wird mit rund 74.000 Euro unterstützt. Ziel des Vorhabens ist, den Zusammenhang zwischen Allergien und Ernährungsweisen aufzuklären und neue Strategien zur Vermeidung von Allergien im Kindesalter zu entwickeln. Die Ludwig-Maximilians-Universität München wird sich an dem Projekt beteiligen.

Die Diagnose von Alzheimererkrankungen ist bisher schwierig zu stellen, und selten wird die Erkrankung frühzeitig erkannt. Ziel des Projektes "Nicht-Invasive Diagnostik bei Alzheimerpatienten" ist die Entwicklung einer neuen Methode, die die Diagnose der Alzheimererkrankung durch den Nachweis spezifischer Eiweißkörper in der Atemluft auf eine den Patienten besonders schonende Weise ermöglicht. Das Projekt von Dr. Rembert Koczulla und Dr. Jan-Philipp Bach aus Marburg wird mit rund 164.000 Euro gefördert.

Für das Projekt "Multimodale Differentialdiagnose von Parkinson Syndromen" wendet die Stiftung rund 30.000 Euro auf. Ziel des Vorhabens der Marburger PD Dr. Günter Höglinger, Dr. Karla Eggert sowie Prof. Dr. Wolfgang H. Oertel ist es, neue Methoden zur Erkennung des Parkinson Syndroms zu entwickeln, die zeitnah in den klinischen Routinebetrieb übernommen werden können.

Frühgeborene haben eine hohe infektionsbedingte Kranken- und Sterberate. Ziel des Projektes "Postnatale Entwicklung der IgA-Immunantwort bei Früh- und Reifgeborenen" ist es, die "Immundefizienz des Frühgeborenen" besser zu verstehen und die Daten als Grundlage für die Beeinflussbarkeit der Immunreifung durch Immunmodulatoren (Prebiotika, Probiotika) zu nutzen. Das Vorhaben von PD Dr. Matthias Heckmann aus Gießen und seinem Marburger Kollegen PD Dr. Michael Zemlin wird mit etwa 120.000 Euro gefördert.

Das Projekt "Bedeutung der Thioredoxin- und Gluatredoxin-Systeme für das Überleben und die Regeneration Insulin produzierender neuroendokriner Zellen" von Dr. Christoph Horst Lillig aus Marburg und Prof. Dr. Thomas Linn aus Gießen wird mit rund 178.000 Euro gefördert. Ziel des Vorhabens ist es, neue Strategien zur Diabetestherapie zu entwickeln, die auf dem Schutz und der Regeneration der Insulin produzierenden Zellen beruhen.

Mit einem mit 600.000 Euro dotierten Von Behring-Röntgen-Fellowship wurde in der zweiten Förderrunde Prof. Dr. Michael Lohoff, Leiter des Instituts für medizinische Mikrobiologie des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität Marburg, gefördert.

Jeweils bis zu 50.000 Euro erhalten zwei Von Behring-Röntgen-Symposien, die der Förderung der wissenschaftlichen Kommunikation dienen und zukünftig jährlich stattfinden sollen.  Aufgenommen wird die Reihe mit dem von Prof. Dr. Eberhard Weihe und Prof. Dr. Wolfgang Kummer konzipierten Symposium "Neurotransmission then and now - the lessons of Loewi”, das vom 18. bis 19.11.2009 in der Alten Aula der Philipps-Universität Marburg stattfinden soll. 
Das zweite Von Behring-Röntgen-Symposium mit Titel "Targeted therapies in cancer und infection" von Prof. Dr. Trinad Chakraborty und Prof. Dr. Andreas Neubauer wird im Jahr 2010 in Gießen ausgerichtet.  

Weitere Auskünfte zu den Projekten erhalten Sie direkt bei den oben genannten Ansprechpartnern oder bei den Fachbereichen Medizin der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen.

 

 

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