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09.08.2018

Verdienstkreuz 1. Klasse für Prof. Dr. Hans-Dieter Klenk und Prof. Dr. Wolfgang Weidner

 

Für ihre besonderen Verdienste um die Medizin wurden Prof. Dr. Hans-Dieter Klenk, Vizepräsident der Von Behring-Röntgen-Stiftung, sowie Prof. Dr. Wolfgang Weidner, der sich im Kuratorium der Stiftung engagiert, mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland geehrt. 

Professor Dr. Hans-Dieter Klenk 

Der 80-Jährige weltweit anerkannte Virologe lehrte bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2008 an der Philipps-Universität Marburg und war geschäftsführender Direktor des Medizinischen Zentrums für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie. Seit 2006 setzt er sich als Vizepräsident der Von Behring-Röntgen-Stiftung in Marburg für Entwicklungsperspektiven in Forschung und Lehre in der Universitätsmedizin in Gießen und Marburg ein. Weiterhin engagierte er sich im Hochschulrat der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Sein Engagement ist vorbildlich und immer am Wohle der Stiftung orientiert. Besonders hervorzuheben sind seine Bemühungen, die Medizinregion Mittelhessen stärken zu wollen“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. „Prof. Dr. Klenk ist als langjähriger Leiter des Instituts für Virologie am Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universität nicht nur in Marburg, sondern auch in Gießen eine ebenso angesehene wie geschätzte Persönlichkeit. Seine langjährige Tätigkeit, sowohl im Hauptberuf als auch in besonderer Weise im Ehrenamt, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass es mittlerweile ein verstärktes Zusammenwirken der Universitäten Gießen und Marburg bei der Forschung und Lehre in der Medizin gibt“, sagte Bouffier.

Prof. Dr. Klenk widmet sich schwerpunktmäßig der Entschlüsselung der Biologie und Funktionsweise von Grippevirus-Typen, Paramyxoviren und Filoviren. Seine Arbeiten bilden die Grundlage für das Verständnis der krankheitsauslösenden Prinzipien von Influenzaviren. Ein zweiter Schwerpunkt seiner Arbeiten sind Viren, die schwerste und in vielen Fällen tödliche Erkrankungen auslösen, wie das Ebola- und Marburg-Virus. Gemeinsam mit der Hochschulleitung initiierte er erfolgreich den Bau eines Labors, in dem die Bearbeitung des Marburg-Virus möglich war. Damit legte er die Grundlage für die Erforschung von tropischen Viren an einer Universität. Das Labor an der Marburger Philipps-Universität wurde nach 20 Jahren 2008 durch ein modernes BSL-4-Labor ersetzt. „Beide Bauten gehen auf das unermüdliche und engagierte Wirken von Prof. Dr. Klenk zurück. Nicht zuletzt ist es seiner Initiative zu verdanken, dass Marburg heute über dieses Speziallaboratorium verfügt, das zu den weltweit modernsten Einrichtungen seiner Art zählt“, sagte der Hessische Ministerpräsident.

Mit diesen strategischen Entscheidungen war die Grundlage für die Erforschung von hochpathogenen Viren in Marburg gelegt, die seit 25 Jahren den Fokus der dortigen Virologen bildet. Auf diesem Gebiet konnte Prof. Dr. Klenk ebenfalls wichtige wissenschaftliche Beiträge liefern. Seine Forschungsarbeiten waren von Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere an international ausgerichtet. Sein Engagement war entscheidend für die chinesisch-deutschen Wissenschaftsbeziehungen. Prof. Dr. Klenk hatte im Laufe seines Lebens eine Reihe sehr renommierter Ämter inne: So war er unter anderem von 1999 bis zum Jahr 2005 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Virologie.

Prof. Dr. Klenks richtungsweisende molekularbiologische Erforschung von Influenza-Viren wurde im Jahr 2010 mit dem Emil von Behring-Preis ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, wie beispielsweise den Preis der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (1985), die Robert-Koch-Medaille in Gold (2006) oder die Ernst-Jung-Medaille in Gold (2008). „Herr Prof. Dr. Hans-Dieter Klenk hat sich überaus große Verdienste und die höchste Wertschätzung seiner Kollegen und der nationalen wie internationalen Öffentlichkeit erworben. Dieses langjährige herausragende und vielschichtige Wirken wird jetzt mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

Prof. Dr. Wolfgang Weidner

Der 70-jährige Urologe und Dekan des Fachbereichs Medizin gründete 1999 gründete das Hessische Zentrum für Reproduktionsmedizin, begleitet es seitdem intensiv und hat es erfolgreich in die Strukturen der Justus-Liebig-Universität Gießen und des Fachbereichs integriert. Dies wurde auch durch wesentliche wissenschaftspolitische Veränderungen unterstützt, die ebenfalls maßgeblich durch Prof. Dr. Weidner initiiert wurden, wie zum Beispiel durch seine langjährige Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Andrologie, die sich mit der Fortpflanzung des Mannes beschäftigt.

Als erster hauptberuflicher Dekan des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen übernimmt Prof. Dr. Weidner seit Ende des Jahres 2015 weiterhin an zentraler Stelle Verantwortung. Dieses Amt hatte er im Nebenamt bereits von 2006 bis 2009 inne. „Professor Weidner hat sich durch sein langjähriges, beständiges und uneigennütziges Engagement als Arzt, in der Wissenschaft und in der Forschungspolitik herausragende Verdienste erworben“, sagte Volker Bouffier. Seit 1993 ist er Professor für Urologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 1993 bis 2015 war er Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie. Die Arbeitsschwerpunkte von Prof. Dr. Weidner liegen in der nicht-invasiven Behandlung via Lasertechnik von Blasen- und Nierenkrebs sowie Prostata-Erkrankungen.

Die Aktivitäten von Prof. Dr. Weidner gehen weit über die Klinik hinaus. Er engagiert sich in nationalen und internationalen Fachgremien. Von 2011 bis 2015 wirkte er ehrenamtlich als Vizepräsident der Von Behring-Röntgen-Stiftung. Seit dem Jahr 2015 gehört er dem Kuratorium der Stiftung an. Er übt zahlreiche Ehrenämter und Funktionen aus, etwa in der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Seit 1993 engagiert er sich in der Europäischen Akademie für Andrologie (EAA). Im Jahr 1998 war Prof. Dr. Weidner Mitglied eines Arbeitskreises des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer, der die „Richtlinien zur Durchführung der assistierten Reproduktion“ erarbeitete. Auch in der Landesärztekammer Hessen war und ist Professor Weidner aktiv. Von 2004 bis 2013 war er Mitglied im Krankenhausausschuss der Landesärztekammer. Von 2007 bis 2013 amtierte er als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Andrologie.

„Darüber hinaus unterstreicht die umfangreiche wissenschaftliche Publikationstätigkeit auf eindrucksvolle Weise Professor Weidners akademische Exzellenz und die internationale Ausstrahlung seiner Forschungsaktivitäten. Er war auch Mitherausgeber und Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten von urologischen Fachzeitschriften“, sagte der Ministerpräsident.

Herausragende Verdienste hat sich Prof. Dr. Weidner vor allem auch in der Fort- und Weiterbildung erworben. Als Vorsitzender des Arbeitskreises Andrologie der Deutschen Gesellschaft für Urologie von 1989 bis 1993 war er für die Koordination der gesamten andrologischen Forschung der deutschen Urologen verantwortlich. Seit 2005 ist Prof. Dr. Weidner Ehrenmitglied der Ungarischen Gesellschaft für Urologie. 2014 wurde er von der Staatlichen Universität Moskau zum Honorarprofessor ernannt. Für seine besonderen Verdienste im Bereich der Fort- und Weiterbildung erhielt der 70-Jährige von der Deutschen Gesellschaft für Urologie im Jahr 2000 den Felix Martin Oberländer-Preis. Weitere Auszeichnungen waren unter anderem der Urologisch-Andrologische Preis der Türkischen Gesellschaft für Urologie (2009), der Preis der Semmelweis-Universität Budapest (2010) sowie die Maximilian-Nitze-Medaille (2015), die höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Urologie.

„Professor Weidner hat sich durch sein langjähriges, beständiges und uneigennütziges Engagement als Arzt, in der Wissenschaft und in der Forschungspolitik herausragende Verdienste erworben. Die Ergebnisse dieser Leistungen sind für die Allgemeinheit von großem Nutzen. Dieses herausragende Engagement wird mit der Auszeichnung mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt“, sagte der Hessische Ministerpräsident und gratulierte.

Hintergrund

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird für besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland sowie für Leistungen im politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Bereich verliehen. Er gibt acht Stufen. Das Verdienstkreuz am Bande (umgangssprachlich: „Bundesverdienstkreuz“) stellt die zweite Stufe dar, das Verdienstkreuz 1. Klasse die dritte.

 

 

 

 


 

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