Geförderte Projekte in der 5. Förderrunde

Mit rund 1,5 Millionen Euro fördert die Von Behring-Röntgen-Stiftung ab dem Jahr 2012 acht neue Forschungsprojekte an den medizinischen Fachbereichen der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg.

Als eine der größten Medizinstiftungen Deutschlands mit einem Stiftungskapital in Höhe von 100 Millionen Euro, hat die Von Behring-Röntgen-Stiftung aus den Zinserträgen ihres Stammkapitals bereits rund neun Millionen Euro ausgeschüttet und damit fast 50 Projekte unterstützt. „Profitiert haben davon insbesondere Nachwuchswissenschaftler sowie exzellente Wissenschaftler mit innovativen Gemeinschaftsprojekten der beiden medizinischen Fachbereiche“, erklärt Friedrich Bohl, Präsident der Von Behring-Röntgen-Stiftung.

Das Themenspektrum der neuen Förderprojekte reicht von der Erforschung von Krebsstammzellen, die neue Erkenntnisse zu Tumorwachstum und Metastasierung liefern soll, bis zu Untersuchungen zum Einfluss von Meditation auf die Hirnstruktur, die direkten therapeutischen Einsatz bei der Behandlung stressbedingter Erkrankungen finden können.

Die Projekte:

Seit einigen Jahren wird die Meditation in der Psychologie und in der Medizin zur Therapie seelischer und körperlicher Erkrankungen angewandt. Prof. Dr. Andreas Jansen und seine Kollegen möchten in ihrem mit rund 88.000 Euro geförderten Projekt nun mithilfe von Kernspintomographie den Einfluss verschiedener Meditationstechniken auf positive Veränderungen des Gehirns überprüfen. Die dadurch verbesserten Meditationstechniken sollen bei der Behandlung stressbedingter Erkrankungen eingesetzt werden.

Zu den neuen Projekten gehört auch das Projekt der Marburger und Gießener Wissenschaftler Dr. Benjamin Straube, Dr. Helge Gebhardt und Prof. Dr. Gerhard Sammer, die 250.000 Euro zur Erforschung der Schizophrenie erhalten. Bei gesunden Menschen ist das menschliche Gehirn in der Lage, Informationen unterschiedlicher Sinneskanäle zusammenführen und dadurch angemessen auf die Umwelt zu reagieren. In ersten Studien, die mithilfe von bildgebenden Verfahren, Kernspintomographie und Hirnstrommessungen durchgeführt wurden, konnte gezeigt werden, dass das Zusammenspiel zwischen den Hirnregionen, insbesondere der Regionen, die für die Integration von Sprache und Gestik beteiligt sind, bei Patienten mit Schizophrenie reduziert und die Verarbeitung gestört ist. Ziel des Projektes mit Titel "Synchronisierte Messung von EEG und fMRT: Etablierung der Methodik zur Überprüfung der Diskonnektivitätshypothese bei Patienten mit Schizophrenie" ist es, neue Erkenntnisse über Schizophrenien zu gewinnen und diese sowohl medikamentös als auch psychotherapeutisch besser behandeln zu können.

Rund 160.000 Euro erhalten der Gießener Dr. Christian Apitz und sein Marburger Kollege Dr. Helmut Barth für ihr Projekt, bei dem mithilfe eines speziellen Herzkatheters funktionelle Untersuchungen an der rechten Herzkammer von Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden sollen. Ihr Ziel ist es, neue Erkenntnisse über die sogenannte pulmonale Hypertonie zu gewinnen, einer Gruppe von Erkrankungen der rechten Herzkammer, die unbehandelt zum Herzversagen führen.

Dr. Hagen Maxeiner und seine Kollegen erhalten für ihr Projekt mit Titel "Die Bedeutung parakrin freigesetzter Zytokine adulter kardialer Progenitorzellen für das Re­modelling des insuffizienten Herzens" rund 192.000 Euro. In ihrem Projekt sollen Reparaturmechanismen im geschädigten Herzen untersucht werden. Im Herz gibt es eine Zellart (Progenitorzellen), die nach einer Schädigung des Herzens durch die Freisetzung bestimmter Substanzen die sie umgebenden Herzmuskelzellen beeinflussen kann. Von besonderem Interesse für die Forscher ist hierbei, welche Substanzen dies sind und ob die Vorerkrankungen des Organismus einen Einfluss auf deren Menge und Zusammensetzung haben.

Das Projekt der Marburger Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Eva Friebertshäuser mit Titel "Matriptase als Aktivierungsprotease von In­fluenzaviren" wird mit rund 95.000 Euro unterstützt. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Rolle des Glykoproteins Hämagglutinin von Influenzaviren des Subtyps H9N2 aufzuklären, die weltweit in Vögeln zirkulieren und gelegentlich auch Infektionen beim Menschen verursachen.

Prof. Dr. Ritva Tikkanen und Prof. Dr. Michael Hertl erhalten für ihr Forschungsvorhaben zum Thema "Rolle der Flotilline bei der Zell-Zelladhäsion in Epithelzellen" rund 258.000 Euro. In ihrem Projekt soll untersucht werden, welchen Einfluss Flotillin-Proteine bei der blasenbildenden Erkrankung der Haut, Pemphigus, spielen. Dabei soll auf molekularer Ebene untersucht werden, auf welche Weise Flotilline die Zelladhäsion, die Kontakte zwischen den Hautzellen beeinflussen.    

Der Gießener Nachwuchswissenschaftler Dr. Jan-Marcus Daniel erhält für sein Projekt "Die Rolle residenter vaskulärer Stammzellen bei der Entwicklung der Atherosklerose und Restenose" rund 138.000 Euro. Die Rolle dieser Zellen ist für das Verständnis der Pathophysiologie von Gefäßerkrankungen sehr wichtig und könnte auch langfristig die Therapie von "vaskulo-proliferativen" Erkrankungen entscheidend beeinflussen.

Prof. Dr. Till Acker und seine Gießener Kollegen erhalten rund 260.000 Euro für ihr Projekt in der Krebsforschung zum Thema "Discovery of cancer stem regulators through functional genomics".

Nähere Auskünfte zu den Projekten erhalten Sie direkt bei den oben genannten Ansprechpartnern oder bei den Fachbereichen Medizin der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen.

 

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