Geförderte Projekte in der 7. Förderrunde

Über insgesamt 1,3 Millionen Euro können sich die Marburger und Gießener Mediziner freuen, die bei der siebten Förderrunde der Von Behring-Röntgen-Stiftung erfolgreich waren.

Die Ziele der acht ab 2014 unterstützten Projekte reichen von der Erforschung neuer Behandlungsmöglichkeiten von Lungen- und Gefäßerkrankungen bis zur verbesserten Diagnose und Therapie von Tumorerkrankungen. Neben einem Lehrprojekt, das das Interesse junger Studierender an einer wissenschaftlichen Tätigkeit in der Urologie und Andrologie fördern soll, wird von der Von Behring-Röntgen-Stiftung erstmals auch ein Forschungsprojekt in der Zahnheilkunde unterstützt.

Seit ihrer Errichtung im Jahr 2006 konnte die Von Behring-Röntgen-Stiftung bereits rund 11,9 Millionen Euro für Forschungsprojekte, die in der Regel Laufzeiten von drei Jahren haben, bereitstellen. Zusätzlich unterstützt die Stiftung den wissenschaftlichen Nachwuchs mit Stipendien und Reisebeihilfen, richtet medizinische Tagungen aus und ehrt in regelmäßigem Turnus herausragende Wissenschaftler mit Von Behring-Röntgen-Nachwuchspreisen und Von Behring-Röntgen-Forschungsmedaillen.

Die Projekte im Einzelnen:

Der Marburger Nachwuchswissenschaftler Dr. Axel Krug erhält 150.000 Euro für sein Projekt „Verlaufsuntersuchungen von Gehirnstruktur und -funktion bei Patienten mit rezidivierender depressiver Störung und Gesunden“. Ziel der Untersuchung ist es, den Verlauf der weitverbreiteten und schwerwiegenden Störung zu charakterisieren und den Einfluss weiterer Faktoren, z.B. genetischer Art, auf verschiedene Gehirnparameter zu bestimmen.  

Gliome zählen zu den häufigsten hirneigenen Tumoren. Zur frühzeitigen Diagnostik und Verbesserung der Therapiemöglichkeiten ist ein umfassendes Verständnis des Fortschreitens des Tumors erforderlich.

Mit 170.000 Euro wird das Projekt „Multimodale Analyse von Gliomen im Mausmodell“ der Marburger Nachwuchswissenschaftlerin Miriam Bauer gefördert.

Das Vorhaben des Nachwuchswissenschaftlers Dr. Sebastian Krug aus Marburg befasst sich mit der „Charakterisierung der molekularen Mechanismen der CUX1-induzierten Angiogenese bei neuroendokrinen Neoplasien“. Ziel des mit 180.000 Euro geförderten Projektes ist es, neue Therapiestrategien zur Behandlung neuroendokriner Tumoren zu entwickeln.

179.000 Euro erhalten die Nachwuchswissenschaftler Dr. Matthias Lauth aus Marburg und Dr. Malgorzata Wygrecka aus Gießen für die „Evaluierung neuartiger Zielstrukturen in der pulmonalen Fibrose“. Ziel des Projektes ist es, Therapieansätze für diese schwerwiegende und rasch voranschreitende Lungenerkrankung zu finden, für die es bisher kaum Behandlungsmöglichkeiten gibt.

150.000 Euro erhalten Prof. Dr. Markus Schnare aus Marburg und seiner Gießener Kooperationspartnerin Dr. Susanne Herold für ihr Projekt „Einfluss des Bactericidal / Permeability-In­creasing Protein (BPI) und BPI-verwandte Proteine auf die Infektiösität human patho­gener Viren“. Das vermehrte Auftreten von neuen viralen Infektionskrankheiten und die schnelle Resistenzentwicklung gegenüber Virostatika erfordern neue Therapieformen. Ziel des Vorhabens ist es, zu untersuchen, ob antimikrobielle Proteine zur Behandlung viraler Erkrankungen eingesetzt werden können.

Mit 33.000 Euro wird das von Prof. Dr. Florian Wagenlehner aus Gießen koordinierte Lehrprojekt „Männliche Infertilität bei urogenitalen Infektionen und Entzündungen“ unterstützt. Das Projekt hat zum Ziel, Studierenden den Zusammenhang zwischen Infektion, Entzündung und Unfruchtbarkeit zu vermitteln und das Interesse an der medizinischen Forschung in diesem Bereich zu wecken.

Mit 245.000 Euro wird das von Dr. Sabine Gröger aus Gießen koordinierte zahnmedizinische Projekt „Bakterielle Infektion der oralen Mukosa und Einfluss auf die T-Zell vermittelte Immunreaktion“ unterstützt. Die Untersuchungsergebnisse sollen Zusammenhänge zwischen chronischen Infektionen und Immunevasion von Plattenepithelkarzinomen in der Mundhöhle aufklären und neue therapeutische Ansätze eröffnen.

220.000 Euro erhält Prof. Dr. Klaus T. Preissner aus Gießen für sein Gemeinschaftsprojekt „Extrazelluläre Ribonuklease1: Ein neuer protektiver Faktor für vaskuläre Erkrankungen“. Im Rahmen der geplanten Untersuchungen sollen neue therapeutische Ansätze zur Behandlung von Gefäßerkrankungen gefunden werden.

Nähere Auskünfte zu den Projekten erhalten Sie direkt bei den oben genannten Ansprechpartnern oder bei den Fachbereichen Medizin der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen.

 

 

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