Geförderte Projekte in der 8. Förderrunde

Über 1,6 Millionen Euro für insgesamt 10 Projekte können sich die Marburger und Gießener Wissenschaftler freuen, die mit ihren Anträgen auf medizinische Forschungsprojekte bei der jüngsten Förderrunde der Von Behring-Röntgen-Stiftung erfolgreich waren.

Die Ziele der unterstützten Projekte reichen von der Erforschung von Nierenerkrankungen, die zur Entwicklungsschäden im frühen Kindesalter führen, bis zur verbesserten Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Zusätzlich fördert die Von Behring-Röntgen-Stiftung erstmals die Einrichtung eines Graduiertenkollegs, das sowohl Doktoranden als auch promovierte Mediziner interdisziplinär im wissenschaftlichen Arbeiten ausbilden soll.

Die ab 2015 geförderten Projekte im Einzelnen:

Die Marburger Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Silvia Bicker erhält 160.000 Euro für ihr Projekt „Activity-dependent regulation of microRNAs in neuronal homeostasis with implications for neuropsychiatric disorders. Ziel ihres Projektes ist es, mithilfe der Erforschung synaptischer micro-RNA zum Verständnis der Gedächtnisbildung beizutragen und neue Therapieansätze für Krankheiten wie Demenz, Autismus oder Schizophrenie zu entwickeln.

Mit 80.000 Euro wird das Projekt „Identifying novel genes involved in ROMK regulation and their implications in Renal Salt Wasting Tubulopathy–Bartter’s syn­drome“ der Marburger Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Aparna Renigunta unterstützt. Ihre Untersuchungen sollen zum Verständnis des klassischen Bartter-Syndrom beitragen, einem seltenen genetischen Defekt der Niere, der zu einer Entwicklungsstörung im Säuglings- und frühen Kindesalter führt.

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit. In ihrem Kooperationsprojekt wollen Dr. Rajkumar Savai aus Gießen und Privatdozentin Dr. Magda­lena Huber aus Marburg Regulationsmechanismen des Tumorwachstums mit Schwerpunkt auf CD8+ T-Zellenerforschen und in Tiermodellen nachweisen. Das Projekt mit dem Titel „Impact of CD8+ T-cell subpopulations on lung carcinogenesis“ wird mit  200.000 Euro gefördert.

200.000 Euro erhalten Dr. Shasi Chillappagari aus Marburg sowie seine Gießener Kollegen Prof. Dr. Claus Vogelmeier, Martina Korfei und Prof. Dr. Andreas Günther für ihr Projekt im Bereich der Erforschung von Lungenerkrankungen mit dem Titel: “Comprehensive analysis of histone deacety­lases (HDACs) and their role in modulating inflammation and oxidative stress in cystic fibrosis (CF) and chronic obstructory pulmo­nary disease (COPD)”.

Bei akutem Herz-Kreislaufversagen  werden bis zur Stabilisierung des eigenen Kreislaufs zunehmend mechanische Kreislaufunterstützungsverfahren angewendet. Der Gießener Nachwuchswissenschaftler Dr. Phi­lippe Grieshaber sowie seine Kollegen Johannes Gehron und Prof. Dr. Gabriele Krombach wollen unter Einsatz eines Silikonaortenmodells neue Erkenntnisse gewinnen, unter welchen Bedingungen sich der Eigenkreislauf der häufig Schwerstkranken schnellstmöglich erholen kann. Das Projekt „Flüssigkeitsmechanische Untersuchungen zu Strömungs- und Mischphänomenen so­wie der Interaktionen zwischen Eigen- und Fremd­kreislauf bei extrakorporaler Kreis­laufunter­stützung in einem hydraulischen in vitro-Mo­dell des menschlichen System­kreislaufs“ wird mit 30.000 Euro unterstützt.

Das Projekt von Dr. Sarah Ka­tharina Fehling aus Marburg mit Titel: „Molekulare Interaktion zwischen dem zel­lulä­ren Mikrotubuli-Zytoskelett und dem Matrix­protein Z des Lassavirus“ wird mit 150.000 Euro unterstützt. Das Ziel der Nachwuchswissenschaftlerin ist die Erforschung des in Westafrika weit verbreiteten Lassavirus, das zu schweren Infektionskrankheiten bis hin zum hämorrhagischen Fieber mit starken Blutungen führen kann.

Prof. Dr. Niels Decher aus Marburg sowie seine Kooperationspartner Prof. Dr. Rainer Schulz aus Gießen und Prof. Dr. Carsten Culmsee aus Marburg erhalten 140.000 Euro für ihr Projekt „Funktionelle Expression von Connexin-43 in Mitochondrien“. Das Projekt soll neue therapeutische Ansätze für die Erkrankungen des Herzens und des Gehirns liefern, bei denen der Verlust von Mitochondrienintegrität und -funktion wesentlich zu den strukturellen Schädigungen der betroffenen Organe beitragen.

Das Forschungsvorhaben der Nachwuchswissenschaftlerin Elena Dyukova aus Gießen mit dem Titel „The modifying effect of calcium-receptor activity on conditioning-dependent cardiac remodeling” wird mit 40.000 Euro unterstützt. Das Projekt geht der wissenschaftlich und auch therapeutisch interessanten Fragestellung nach, inwieweit calcium-sensitive Rezeptoren eine Rolle für die ischämische Situation nach einem Infarkt spielen.

Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1000 Gramm haben aufgrund der noch nicht ausgereiften Organe zum Zeitpunkt der Geburt ein höheres Risiko für die Entwicklung von schweren Schäden im Gefäßsystem, die zu pathologischen Veränderungen der Netzhaut bis hin zur Erblindung führen können. In ihrem Forschungsvorhaben wollen Prof. Dr. Birgit Lorenz, und Prof. Dr. Knut Stieger aus Gießen sowie Prof. Dr. Rolf Maier aus Marburg unter dem gleichnamigen Projekttitel den Zusammenhang zwischen Wachstumsfaktoren und okulärer Angiogenese bei Frühgeborenen untersuchen. Das mit 200.000 Euro geförderte Projekt hat zum Ziel, die Sauerstoffversorgung von Frühgeborenen zu optimieren, ihre Lebensqualität zu verbessern und ein behinderungsfreies Leben zu ermöglichen.

Für die Einrichtung eines Graduiertenkollegs erhalten die Marburger Wissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Schieffer und Prof. Dr. Joachim Hoyer sowie ihre Gießener Kollegen Prof. Dr. Rainer Schulz und Prof. Dr. Christian Hamm 400.000 Euro. Ziel des  Verbundprojekts zum Thema „Entzündungskaskaden als Regulatoren des adaptiven Gefäßremodelings“ ist die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern im klinischen Alltag. Das verbindende Thema der interdisziplinären Initiative sind pathologische Umbauprozesse in Gefäßwänden, die unter anderem bei Herzkreislauferkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Neben den Kliniken für Kardiologie und Nephrologie in Gießen, Marburg und Bad Nauheim sind auch die Marburger und Gießener Institute für Lungenforschung, Anatomie, Physiologie und Biochemie an dem Projekt beteiligt.

 

Kontakt:
Heidi Natelberg M.A.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Von Behring-Röntgen-Stiftung
Schloss 1
35037 Marburg

Tel.: 06421-2822334
Fax.:06421-2822336

natelberg(at)br-stiftung.de
www.br-stiftung.de

 

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